Die Idee entstand passenderweise auf einer Skitour in Innsbruck: Wir könnten doch zu dritt die Seascape 18 (Beneteau First) Europameisterschaft am Attersee mitsegeln! Da Raphael und Leoni in der Woche zuvor bereits bei der L30 EM am Bodensee in einem 5er-Team dabei sein durften, war die Regatta-Motivation nach einer längeren Pause ohnehin riesig.

Die erste Hürde war schnell genommen, da Raphaels Eltern uns netterweise ihre Seascape zur Verfügung stellten. Um uns als Team einzuspielen, absolvierten wir noch paar Trainingstage am YCSS. Das Besondere dabei: Für unsere Vorschoterin Antonia waren das die ersten Segeltage überhaupt! Dank Raphael als Steuermann und geduldigem Trainer konnten auch wir beide auf dem Boot viel dazulernen. Zwei Tage vor Regattastart ging es dann Richtung Attersee, der Aufbau lief entspannter als gedacht, sodass sogar noch Zeit für ein letztes Training (und ein bisschen Uni) blieb.

Am Donnerstagmittag starteten wir pünktlich bei perfekten Bedingungen und angenehmen 8 Knoten Wind in die ersten drei Wettfahrten; perfekt, um reinzukommen. Als wir abends dann überraschend auf Platz 5 der Zwischenliste standen, wurden wir als Neulinge von den anderen Teams schon neugierig ausgefragt, wer wir eigentlich sind. Als einzige 3er-Crew im Feld von 33 Schiffen fielen wir ohnehin direkt auf. Am Freitag ging es windbedingt erst nachmittags los. Wir wurden zwar etwas überrumpelt und schafften es gerade noch so an die Startlinie, konnten dann aber mit einem 1. und einem 2. Platz voll abliefern und uns den 3. Gesamtplatz sichern. Am Tagessieg sind wir zwar ganz knapp vorbergerutscht, hatten aber trotzdem ein lustiges Highlight, da Raphi in der Wettfahrt auf dem Zielgenacker-Kurs kurzerhand aus dem Boot fiel, wir aber mit vereinten Kräften trotzdem als 2. ins Ziel kamen.

Der Samstag brachte anfangs etwas mehr Wind, der im Laufe der drei Wettfahrten allerdings abnahm. Seglerisch lief es super, leider wurde uns jedoch in einer Wettfahrt die Vorfahrt genommen. Nach einem von unserer Seite unvermeidlichen Crash hatte unser Schiff eine ordentliche Delle und wir mussten alle drei unseren ersten offiziellen Protest der Segelkarriere durchziehen.

Abends hieß es nach dem leckeren Essen wie immer recht früh ab in den Camper, um für den finalen Tag fit zu sein. Um unseren 3. Platz abzusichern, mussten wir am Sonntag vor allem unsere direkten Verfolger (die Titelverteidiger vom Vorjahr) im Blick haben. In Wettfahrt Nummer 10 gelang uns das noch gut genug, und wir konnten unsere Platzierung halten. Danach schlief der Wind ein, was uns taktisch sehr gut in die Karten spielte. Ein großes Lob geht hier an die Wettfahrtleitung, die mit 10 sauberen Rennen eine extrem faire Meisterschaft veranstaltet hat.

Dass das Endergebnis tatsächlich der dritte Platz und damit die Bronzemedaille werden würde, hätten wir selbst am wenigsten erwartet, weshalb die Freude umso größer war. Als bestes deutsches Team und einzige Dreier-Konstellation auf der Seascape ging es für uns glücklich zurück in die Heimat.

Ein riesiges Dankeschön noch einmal an Raphaels Eltern! Wir wünschen der Seascape eine schnelle Genesung in der Werft!

Antonia, Raphael und Leoni